2002
Ein-Kanal-Video
8:45 Min.
Videoverleih Vtape
Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers
Richard Fung erforscht in seinen Videoarbeiten das Bewusstsein um ethnische Zugehörigkeit, Klassengesellschaft und Geschlecht während des Kolonialismus in der Karibik. Ausgangspunkt seiner filmischen Werke sind dabei oft Themen wie Migration, Homophobie oder seine eigene Familiengeschichte.
Islands (Inseln) ist ein experimentelles Video, welches, mittels der Dekonstruktion eines Films von John Huston, einen Kommentar über die Beziehung der Karibik zu den filmischen Bildern darstellt. Eine Geschichte von unerwiderter Liebe zwischen einen schiffbrüchigen amerikanischen Marinesoldaten (Robert Mitchum) und einer irischen Nonne (Deborah Kerr): Heaven Knows Mr. Allison spielt im Jahr 1944 im Pazifikraum, wurde aber 1956 in Tobago gedreht. Hierbei wurden Chinesen aus Trinidad als Komparsen, die japanische Soldaten spielten, eingesetzt. Der Onkel des Künstlers, Clive, war einer von ihnen.
„In meiner Kindheit und Jugend waren alle Bilder von der Karibik, die ich in Filmen oder im Fernsehen sah, in Kalifornien mit afroamerikanischen Schauspielern mit vorgetäuschten Dialekten gedreht worden. Islands stellt Fragen über Sichtbarkeit, Verlangen und Authentizität: Ist es möglich die Karibik ernsthaft zu sehen, wenn unsere Vorstellung so stark von den touristischen und anderen, uns vorgesetzten Sichtweisen beeinflusst ist?”
1990
Ein-Kanal-Video
49:30 Min.
Videoverleih Vtape
Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers
My Mother’s Place (Der Ort meiner Mutter) fokussiert sich auf die Erzählungen der Mutter des Künstlers. Rita Fung ist die Enkelin von chinesischen Arbeitsverpflichteten, die Mitte des 19. Jahrhunderts nach Trinidad gebracht wurden. Inzwischen in Toronto ansässig hat die heute 80-Jährige noch lebhafte Erinnerungen an einen verlorenen beziehungsweise fast vergessenen Teil der Geschichte. Sie vermittelt das durch ihre ausgeprägte westindische Offenherzigkeit und ihrer Art des Geschichtenerzählens. My Mother’s Place verflechtet Interviews mit Rita Fung und vier weiblichen Gelehrten, eine autobiografische Erzählung, Heimvideos und dokumentarische Aufnahmen der Karibik miteinander, um die Entstehung von Rassenbewusstsein, Klasse und Geschlecht während des Kolonialismus zu ergründen.
2018
Ein-Kanal-Video
40:18 Min.
Videoverleih Vtape
Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers
Nang war eine Außenseiterin. 1934 in einem Dorf in Trinidad geboren, wuchs sie verarmt, von gemischter Abstammung sowie als Frau auf und sie überlebte, da sie allen Konventionen trotzte. Sie verließ ihren ersten von fünf Ehemännern als dieser sie betrog. Ohne jegliche professionelle Ausbildung tanzte sie mit dem Choreografen Geoffrey Holder, der später einen Tony Award für The Wiz erhielt. In ihren Zwanzigern ging sie zum Arbeiten in das Orinoco Delta in Venezuela und sparte sich genug Geld an, um sich ein Haus zu kaufen. In ihren Vierzigern nahm sie ein Studium an einer Universität in New York auf. Dickköpfigkeit, Einfallsreichtum und Widerstandsfähigkeit haben ihr erlaubt, die Tragödien und die Narben, mit denen sie vom Leben gezeichnet wurde, zu überwinden. In diesem lebhaften Porträt lernt Richard Fung seine bisher unbekannte Cousine in ihrem jetzigen Zuhause in New Mexico und auf den Straßen Trinidads kennen.